Akupunktur in der unterstützenden Krebsversorgung – eine Expertenempfehlung
Shownotes
In dieser Folge spricht die Journalistin und TCM-Therapeutin Anne Hardy mit Beverley Ann de Valois, einer renommierten Forscherin und Akupunkteurin mit Schwerpunkt integrative Onkologie. Sie sprechen darüber, wie Akupunktur Menschen während und nach einer Krebserkrankung unterstützen kann, für welche Beschwerden die beste wissenschaftliche Evidenz vorliegt und in welchen Situationen besondere Vorsicht geboten ist.
Im Mittelpunkt des Gesprächs steht eine neue, von internationalen Experten aktualisierte Empfehlung für eine sichere Anwendung der Akupunktur in der Krebsversorgung.
Das erfahren Sie in dieser Folge: • Welche Rolle Akupunktur in der interdisziplinären unterstützenden und palliativen Krebsversorgung in Großbritannien spielt. • Bei welchen Beschwerden und Spätfolgen Akupunktur sicher eingesetzt werden kann – beispielsweise bei Übelkeit und Erbrechen, Schmerzen, Fatigue, Hitzewallungen, Mundtrockenheit, Angst und Schlafstörungen. • Welche Sicherheitsvorkehrungen zu beachten sind und in welchen Situationen nicht akupunktiert werden sollte – etwa bei schlechtem Blutbild, in bestrahlten Bereichen, bei erhöhtem Infektionsrisiko oder bei anderen Warnzeichen. • Wie sich die Akupunktur in der onkologischen Versorgung in den vergangenen 25 Jahren verändert hat. • Wie Akupunktur die Lebensqualität während und nach einer Krebsbehandlung verbessern kann.
Für Therapeut:innen: Wichtige Hinweise zur Sicherheit • Nicht nadeln bei: Neutrophilen unter 0,5 × 10⁹/L oder Thrombozyten unter 20 × 10⁹/L. Bei Neutrophilen unter 0,9 × 10⁹/L ist besondere Vorsicht geboten. • Nicht in bestrahlte Bereiche nadeln, wenn die Bestrahlung weniger als einen Monat zurückliegt oder noch Hautveränderungen, Ödeme oder offene Hautstellen bestehen. • Bei ausgeprägter Immunsuppression bzw. Isolation, beispielsweise nach einer Knochenmarktransplantation, sollte die Behandlung zurückgestellt werden, sofern das behandelnde medizinische Team nicht ausdrücklich zugestimmt hat. • Bei onkologischen Warnzeichen ist eine umgehende ärztliche Abklärung erforderlich. Dazu gehören beispielsweise der Verdacht auf eine Rückenmarkskompression, eine Sepsis, unkontrollierte Blutungen oder akute neurologische Ausfälle.
Zu Gast: Beverley Ann de Valois Beverley Ann de Valois ist staatlich zugelassene Akupunkteurin, Forscherin und Autorin und verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der integrativen unterstützenden Krebsversorgung. Sie war am Aufbau einiger der ersten britischen Akupunkturkliniken beteiligt, die speziell Menschen nach einer Krebserkrankung behandelten. Sie ist Autorin des Buches Acupuncture and Cancer Survivorship. Ihr Schwerpunkt liegt auf einer sicheren und evidenzbasierten Akupunktur für Menschen während und nach einer Krebserkrankung.
Zur Gastgeberin Anne Hardy ist Journalistin und TCM-Therapeutin mit eigener Praxis in Frankfurt am Main. Sie moderiert die Podcast-Reihe „Zwischen Himmel und Erde“ der Arbeitsgemeinschaft für Traditionelle Chinesische Medizin (AGTCM).
Links Buch: https://uk.singingdragon.com/products/acupuncture-and-cancer-survivorship Website von Beverley Ann de Valois: https://beverleydevalois.com/ Expertenempfehlung (Open Access): https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10940387
Transkript anzeigen
Akupunktur in der begleitenden Krebstherapie
Zwischen Himmel und Erde, Folge 24. Anne Hardy im Gespräch mit Beverley de Valois
Deutsches Lesetranskript zur deutschen Audiofassung, Stand 3. Oktober 2026
Vorbemerkung
Dieses Transkript gehört zur deutschen Audiofassung der Folge (30:05 Minuten). Sie beruht auf der vollständigen englischen Aufnahme (33:57 Minuten). Die Zeitangaben am Rand nennen die Minute in der deutschen Fassung.
Der Text ist geglättet: Füllwörter, Versprecher und Wiederholungen sind entfernt, der Inhalt ist unverändert. Die Gesprächspartnerinnen sprechen im Original Englisch. Für die deutsche Fassung ist die Anrede per Sie gewählt.
Die deutsche Audiofassung ist mit KI-Stimmen vertont, die den Stimmen von Anne Hardy und Beverley de Valois nachgebildet sind. Gesprochen wird genau dieser Text.
Geprüfte Schreibweisen: Lynda Jackson Macmillan Centre, Dr. Jane Maher, Teresa Young, Dr. Catherine Zollman, Penny Brohn UK, Friedrich Staebler, ISCMR, Society for Integrative Oncology, Royal London Hospital for Integrated Medicine, Health Sciences University, Reading, Rothenburg.
Gespräch
0:06 Anne Hardy: Zwischen Himmel und Erde, ein Podcast der Arbeitsgemeinschaft für Klassische Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin, AGTCM. Unser heutiges Thema: Akupunktur und begleitende Krebstherapie, mit Beverley de Valois. Mein Name ist Anne Hardy. Ich bin Journalistin und TCM-Therapeutin in Frankfurt am Main in Deutschland. Und heute freuen wir uns sehr, Beverley Ann de Valois zu begrüßen, eine führende Forscherin, Akupunkteurin und Autorin mit mehr als 25 Jahren Erfahrung in der begleitenden Krebstherapie. Ihre Arbeit konzentriert sich darauf, wie Akupunktur Menschen mit und nach einer Krebserkrankung helfen kann. Ihr Fachwissen hat sie international weitergegeben, durch Lehre, Forschung und klinische Praxis, auch auf dem TCM Kongress in Rothenburg in diesem Jahr. Beverley ist die Autorin des Buches Acupuncture and Cancer Survivorship: Recovery, Renewal, and Transformation. Sie hat die Empfehlungen für die sichere Praxis der Akupunktur in der Onkologie wesentlich mitgestaltet. Außerdem hat sie einige der ersten Akupunktursprechstunden in Großbritannien mit aufgebaut, die auf die Bedürfnisse von Krebsüberlebenden nach der Behandlung ausgerichtet sind. Guten Morgen, Beverley.
1:20 Beverley de Valois: Hallo. Vielen Dank für die Einladung zu Zwischen Himmel und Erde.
1:24 Anne Hardy: Ja. Ich freue mich sehr, dass Sie hier sind. Zuerst einmal: In Ihrem Lebenslauf habe ich gesehen, dass Sie zunächst moderne englische Literatur studiert und dann einen Master in Ästhetik abgeschlossen haben. Zehn Jahre später haben Sie am College of Integrated Chinese Medicine Ihren Berufsabschluss in Akupunktur erworben. Wie ist Ihr Interesse an der Chinesischen Medizin überhaupt entstanden?
1:47 Beverley de Valois: Das ist eine wirklich interessante Frage. Und so, wie Sie es formuliert haben, müssen diese zehn Jahre für mich eine sehr bewegte Zeit voller Veränderungen gewesen sein. Ich glaube, die Antwort ist, dass ich mich schon immer für das interessiert habe, was man heute integrative Therapien nennt, oder Komplementärtherapien, wie sie lange hießen. Ich hatte früher ein Projekt, und ich mache das heute noch, nur etwas weniger formell. Jedes Jahr habe ich eine neue Therapie ausprobiert, sie erkundet und herausgefunden, wie sie ist. Ich habe also vieles ausprobiert. Und um 1995 habe ich beschlossen, dass es Zeit war, die gruselige Akupunktur auszuprobieren. Das war ein riesiger Schritt für mich, denn ich bin berüchtigt für meine Angst vor Nadeln.
2:38 Anne Hardy: Oh.
2:39 Beverley de Valois: Das war also ein wirklich gewaltiger Schritt. Meine Akupunkteurin war wunderbar, aber etwa bei der zweiten oder dritten Behandlung sagte sie: „Glauben Sie, dass das die richtige Therapie für Sie ist? Wir haben hier nämlich Schwierigkeiten.“ Und ich sagte: „Ich will das machen.“ Sie war großartig und hat daran festgehalten, mich zu behandeln. Einige Monate später stand ich an einem Scheideweg in meinem Leben und sagte: „Ich weiß nicht so recht, was ich tun soll.“ Und sie fragte: „Haben Sie schon einmal daran gedacht, Akupunkteurin zu werden?“ Sechs Monate später habe ich schon studiert. Vielleicht war es Schicksal.
3:19 Anne Hardy: Ja. So etwas passiert oft.
3:21 Beverley de Valois: Ja, genau. Aber um noch einmal darauf zurückzukommen, das klang ja so, als wäre es ein großer Sprung von moderner englischer Literatur zur Chinesischen Medizin. Ich habe über diese Frage nachgedacht, und in gewisser Weise sind sich beide ziemlich ähnlich. Es geht um die Geschichten von Menschen.
3:42 Anne Hardy: Genau.
3:43 Beverley de Valois: Und ich glaube, da gibt es eine starke Verbindung. Es geht darum, den Geschichten von Menschen zuzuhören oder sie zu lesen. Es geht darum, sie zu analysieren. Es geht darum, herauszufinden, was daran wichtig ist. Wenn man moderne englische Literatur studiert, schreibt man anschließend einen Essay darüber. Aber in der klinischen Praxis erarbeitet man eine Behandlung für die Menschen. Man erarbeitet die nächste Stufe,
4:10 Anne Hardy: Ja.
4:10 Beverley de Valois: ihres Wissens.
4:12 Anne Hardy: Das verstehe ich. Das ist beim Journalismus genauso. Da will man auch die Geschichten der Menschen hören.
4:17 Beverley de Valois: Ja, genau. Kommen Sie aus dem Journalismus?
4:20 Anne Hardy: Ja.
4:21 Beverley de Valois: Ja. Das ist das Gleiche.
4:23 Anne Hardy: Okay. Nach Ihrem Abschluss haben Sie Ihre Zeit zwischen Ihrer Akupunkturpraxis und der Forschung aufgeteilt, beim East and North Hertfordshire NHS Trust am Mount Vernon Cancer Centre. Dort arbeiten Sie mit dem Supportive Oncology Research Team. Seitdem konzentrieren Sie sich auf die Krebsforschung. Was hat Sie zu diesem Gebiet gebracht?
4:45 Beverley de Valois: Im Grunde der Zufall. Ich wurde eingeladen, am Mount Vernon Cancer Centre eine Stelle im Jobsharing zu übernehmen. Dort gab es ein gemeinnütziges Zentrum, das Lynda Jackson Macmillan Centre, das Komplementärtherapien anbot. Eine Frau, die ich auf Konferenzen kennengelernt hatte, arbeitete dort und wollte auf Teilzeit reduzieren. Also hat sie mich eingeladen, mich auf diese Stelle zu bewerben. Das war eine Stelle als Koordinatorin für die Komplementärtherapien. Und zu der Stelle gehörte, dass man pro Woche eine Sitzung, also einen halben Tag, mit der eigenen Therapie anbieten konnte. Ich hatte zwar vorher schon als Aromatherapeutin in der Onkologie gearbeitet, aber ich hatte eine Ausbildung als Akupunkteurin gemacht. Ich wollte Menschen mit Krebs Akupunktur anbieten. Und ich habe die Stelle mit der sehr klaren Aussage angetreten, dass ich als Akupunkteurin komme und nicht als Aromatherapeutin. Doch die Zeit verging, und es war nicht abzusehen, dass ich diese Akupunktursprechstunde eröffnen könnte. Ich bin drangeblieben, habe immer wieder nachgefragt und wurde immer wieder vertröstet. Das war damals 1999, 2000, und Akupunktur war zu der Zeit sehr, sehr neu, auf jeden Fall in der Onkologie. Irgendwann hieß es dann: „Das ist eine invasive Therapie, und wir haben große Bedenken, wenn eine invasive Therapie wie Akupunktur von jemandem angewendet wird, der nicht medizinisch ausgebildet ist.“ Ich bin nicht medizinisch ausgebildet, wie Sie wissen. Man wollte also Unterlagen und so weiter, und die Berufsverbände waren damals nicht besonders gut organisiert. Die Verbände hatten nicht viel zu Sicherheit oder Regulierung oder Ähnlichem. Aber ich habe vorgelegt, was es gab, und bin drangeblieben. Ich wollte das machen. Ich war sehr hartnäckig. Und schließlich sagte die ärztliche Direktorin: „Wenn Sie ein Angebot aufbauen wollen, brauchen Sie eine Evaluation. Wir führen keine neuen Therapien ohne Evaluation ein.“ Sie war eine beeindruckende Frau, und ihr Name war Dr. Jane Maher. Sie war für den Aufbau des Lynda Jackson Macmillan Centre verantwortlich. Das war eine der ersten gemeinnützigen Krebsorganisationen, die in Großbritannien in dieser Form gegründet wurden. Und sie glaubte an Forschung. Als sie das Lynda Jackson Macmillan Centre aufbaute, gab es darin deshalb auch eine Forschungsabteilung. Die Abteilung hieß Supportive Oncology Research Team. Und so wurde ich irgendwann aus meiner Rolle als Therapiekoordinatorin herausgenommen. Eine großartige Frau nahm mich unter ihre Fittiche, Teresa Young, mit der ich 25 Jahre lang zusammengearbeitet habe. Sie hat mir so gut wie alles beigebracht, was ich über Forschung weiß. Gemeinsam haben wir mein erstes Forschungsprojekt durchgeführt. Wir haben untersucht, wie man Akupunktur der Chinesischen Medizin bei Brustkrebspatientinnen einsetzen kann, die unter Hitzewallungen und Nachtschweiß durch Tamoxifen litten. Und der Rest ist Geschichte. Das war ein erfolgreiches Projekt. Danach haben wir die Ohrakupunktur nach dem NADA-Protokoll untersucht. Diese beiden Studien bildeten meine Doktorarbeit. Und dann haben wir einfach immer weitergemacht, bis sie in den Ruhestand gegangen ist. Das ist jetzt, glaube ich, etwa zwei Jahre her.
8:10 Anne Hardy: Dann arbeiten Sie jetzt nur noch in Ihrer eigenen Praxis?
8:13 Beverley de Valois: Ja. Ich wechsle demnächst, in diesem Herbst, zu einem anderen Trust in Großbritannien. Ich habe Mount Vernon verlassen, nachdem Teresa gegangen war. Bei dem neuen Trust werde ich mehr forschen, aber im Moment arbeite ich in meiner eigenen Praxis.
8:28 Anne Hardy: Und wie sieht es in Großbritannien allgemein mit der Verfügbarkeit integrativer Krebstherapie aus? In welchen Einrichtungen gibt es sie?
8:36 Beverley de Valois: Im Allgemeinen wird sie eher in Krebsbehandlungszentren angeboten. Allerdings ist das sehr lückenhaft und unterscheidet sich von Trust zu Trust. Es gibt in Großbritannien viele Trusts, und zwar regionale. Typischerweise gibt es aber zu jedem Krebszentrum eine zugehörige gemeinnützige Organisation, die Teile der unterstützenden Versorgung anbietet. Das ist jetzt alles verallgemeinert, denn es wird Ausnahmen geben. Aber im Allgemeinen werden diese Angebote nicht vom NHS finanziert. Finanziert werden sie aus Spendenmitteln, die die Organisation selbst einwirbt. Am häufigsten bieten diese Organisationen wahrscheinlich Aromatherapie, Massage, Reflexzonenmassage, Reiki und Ähnliches an. Aber auch Akupunktur kommt immer mehr dazu. Oft ist es, wie in Mount Vernon, einfach Ohrakupunktur statt Körperakupunktur. Aber das ist unterschiedlich, und es gibt einige Krankenhäuser und Krebsbehandlungszentren mit sehr gut ausgebauten Akupunkturprogrammen. Was die Chinesische Medizin angeht, wird die Kräutertherapie nicht angeboten. Diese Therapie ist nicht gut akzeptiert.
9:47 Anne Hardy: Ja. In Deutschland ist es genauso.
9:49 Beverley de Valois: Ja, genau.
9:50 Anne Hardy: Okay. Dann kommen wir zurück zu Ihrer Forschung. Sie und ein internationales Team haben vor Kurzem eine Expertenstellungnahme zum sicheren Einsatz von Akupunktur in der Onkologie veröffentlicht, die von Fachkollegen begutachtet wurde. Wie war die internationale Resonanz auf Ihre Empfehlungen?
10:09 Beverley de Valois: Die Resonanz war ziemlich überwältigend. Es war ganz erstaunlich. Die Stellungnahme ist im März 2024 erschienen, und die Website des Verlags hat bis heute tatsächlich 15.000 eindeutige Zugriffe registriert.
10:25 Anne Hardy: Das ist beeindruckend.
10:27 Beverley de Valois: Das ist wirklich beeindruckend. Die Stellungnahme ist also in Umlauf, und ich habe sie auf jeden Fall auf viele Konferenzen mitgenommen. Ich habe ein Poster, das drei Posterpreise auf drei verschiedenen Konferenzen gewonnen hat, unter anderem in diesem Jahr in Rothenburg. Und die Publikation selbst wurde im vergangenen Jahr als beste Forschungsarbeit ausgezeichnet, von der International Society for Traditional, Complementary and Integrative Medicine Research, ISCMR. Die Arbeit wurde also sehr gut aufgenommen, und wir freuen uns sehr. Diese Publikation war die Vision von Dr. Catherine Zollman. Sie ist Hausärztin mit onkologischem Schwerpunkt und hat viele Jahre bei einer gemeinnützigen Organisation in Großbritannien gearbeitet, bei Penny Brohn UK. Sie ist eine große Fürsprecherin der Akupunktur und hält sie für äußerst wertvoll in der unterstützenden Versorgung von Menschen mit Krebs. Deshalb wollte sie diese Empfehlungen entwickeln. Sie wollte Akupunkteure befähigen und ihnen Informationen geben, damit sie bei Menschen mit Krebs selbstbewusst und sicher praktizieren können. Sie hat 2018 damit angefangen. Ich habe zunächst daran mitgearbeitet, konnte dann aber nicht in dieses Team einsteigen. Sie hatte die Vision, dass die Empfehlungen in Großbritannien breit veröffentlicht werden, aber die Berufsverbände haben sie nicht aufgegriffen. Und etwa 2022 konnte ich dann Teresa Young, meine Vorgesetzte im Supportive Oncology Research Team, davon überzeugen, dass das eine gute Sache wäre. Ich dachte, es würde nur sechs Monate dauern. Aber es ist ungeplant immer weiter gewachsen. Wir haben beschlossen, die Empfehlungen international auszurichten, statt uns nur auf Großbritannien zu konzentrieren. Wir haben ein internationales Team aus Leuten zusammengestellt, die sich mit Akupunktur auskannten oder sie sogar selbst praktizierten. Wir wollten aber Leute aus Berufsverbänden der Akupunktur. Und wir wollten Leute aus führenden onkologischen Zentren auf der ganzen Welt. So haben wir dieses Team zusammengestellt und diese Publikation erarbeitet. Es hat zwei Jahre gedauert statt der sechs Monate, mit denen ich gerechnet hatte. Aber es hat sich wirklich, wirklich gelohnt. Damit hat sich die Vision von Dr. Zollman erfüllt, und das ist absolut großartig.
12:50 Anne Hardy: Es ist so wichtig, diese Empfehlungen zu haben und sich sicher zu fühlen. Denn bei einem Krebspatienten will man ja nichts falsch machen.
12:59 Beverley de Valois: Wenn ich mit meinem Buch unterwegs bin, um es bekannt zu machen, bekomme ich jedenfalls manchmal diese Rückmeldung: Akupunkteure hätten kein Interesse daran, Menschen mit Krebs zu behandeln, weil ihnen das zu beängstigend sei. Und die Empfehlungen helfen, darauf eine Antwort zu geben. Ich habe Rückmeldungen von Akupunkteuren und Akupunkturgruppen bekommen, die sagen, dass sie die Empfehlungen äußerst hilfreich finden. Auch Menschen, die Akupunktur unterrichten, finden sie sehr hilfreich. Ein Teil der Vision war, dass die Empfehlungen auch politische Entscheidungsträger informieren sollen, und auch von dort haben wir Rückmeldungen, dass sie genutzt wurden. Ich glaube, viele Fachleute im Gesundheitswesen wissen gar nicht, wie viel Evidenz es tatsächlich für Akupunktur in der unterstützenden Versorgung von Menschen mit Krebs gibt. Und die Empfehlungen helfen auch, diese Fachleute zu den Informationen zu führen. Das ist also auf vielen Ebenen gut.
13:55 Anne Hardy: Ja. Dann lassen Sie uns über die Einzelheiten sprechen. Bei welchen Indikationen ist Akupunktur laut der Expertenstellungnahme sicher und sinnvoll?
14:05 Beverley de Valois: Wir sagen, dass Akupunktur auf dem gesamten Weg durch die Krebserkrankung sicher ist, von der Diagnose bis zum Lebensende. Das gilt unabhängig davon, ob der Tod nun durch die Krebserkrankung selbst eintritt oder durch andere Ursachen. Eines der Dinge, die wir in dem Dokument beschreiben, ist dieser Weg durch die Krebserkrankung. Wir zeigen, wie viele verschiedene Verläufe es für einen Menschen nach Diagnose und Behandlung geben kann. Wir sagen, dass Akupunktur auf diesem Weg sicher ist und dass man sie einsetzt, um den Bedürfnissen des Menschen gerecht zu werden. Und diese Bedürfnisse verändern sich auf dem Weg ebenfalls. Akupunktur kann also in jeder Situation eingesetzt werden. Und eines der Dinge, auf die wir und ganz besonders Dr. Zollman aufmerksam machen wollten, war die Lage in Großbritannien. Als sie 2018 zum ersten Mal auf diese Idee kam, rieten Onkologen von Akupunktur ab,
15:03 Anne Hardy: Ja.
15:03 Beverley de Valois: wenn Menschen eine Chemotherapie bekamen.
15:06 Anne Hardy: Ja.
15:06 Beverley de Valois: Wir wissen nicht, wo die Evidenz dafür sein soll, aber das verbreitete sich damals auf jeden Fall ziemlich stark. Einige der großen gemeinnützigen Krebsorganisationen schrieben auf ihre Websites, dass Menschen während einer Chemotherapie keine Akupunktur bekommen dürften. Dafür gibt es keine Evidenz. Die Evidenz sagt jedenfalls etwas anderes, nämlich dass es sicher ist. Und es gibt viele Krebszentren weltweit, die Akupunktur sogar anbieten, während die Chemotherapie gerade infundiert wird.
15:37 Anne Hardy: Wow.
15:38 Beverley de Valois: Für Dr. Zollman war das die Hauptmotivation, diese Empfehlungen zu erstellen. Heute ist das nur noch ein kleiner Teil davon. Aber es ist wichtig, diese Botschaft zu vermitteln, dass es für Menschen sicher ist, Akupunktur zu bekommen. Und wir geben Empfehlungen. Wir nennen in der Publikation konkrete Blutwerte. Wer Zugang zu Blutwerten hat, kann damit entscheiden, ab welchem Grenzwert es angemessen ist, keine Akupunktur mehr zu geben. Und auch für alle, die diese Daten nicht haben, gibt es Orientierungshilfen dafür, wann man Akupunktur sicher geben kann.
16:12 Anne Hardy: Mir gefällt, dass Sie so etwas wie ein Ampelsystem haben, mit Rot, Orange und Grün.
16:18 Beverley de Valois: Das ist das andere großartige Merkmal dieser Publikation. Und das kann man hier nicht sehen. Wir haben die Symptome, die als rote oder gelbe Warnzeichen gelten. So weiß man, wann Akupunktur kontraindiziert ist und die Person dringend zur Versorgung an ihr medizinisches Team zurückverwiesen werden sollte. Das sind die roten Warnzeichen. Und dann gibt es die gelben Warnzeichen. Da ist es in Ordnung, Akupunktur zu geben, aber man muss dem Behandlungsteam mitteilen, dass diese Symptome auftreten. Wir haben mit dem Verlag hart daran gearbeitet, dass die Warnzeichen doppelseitig veröffentlicht werden, und man kann sie ausdrucken. Unser Publikum kann das nicht sehen, aber Sie sehen, dass ich dieses ausgedruckte, laminierte Blatt hier habe, damit man sie zur Hand hat. Das ist eine sehr praktische klinische Orientierungshilfe. Man kann sie einfach in der Praxis haben und darin nachschlagen. Ich habe sie erst letzte Woche bei einer Patientin benutzt, die bei mir war.
17:16 Anne Hardy: Können Sie ein paar dieser roten Warnzeichen nennen?
17:19 Beverley de Valois: Ja. Die Person, die ich letzte Woche an das Behandlungsteam verwiesen habe, war eine Frau mit starkem Gewichtsverlust, wobei das bei ihr eher ein gelbes als ein rotes Warnzeichen war. Also Appetitlosigkeit oder starker Gewichtsverlust, Mangelernährung. Wenn jemand zum Beispiel seit mehr als zwölf Stunden keine oder nur minimale orale Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme oder Urinausscheidung hatte, dann würde man keine Akupunktur geben. Das gilt auch bei verringerter Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme zusammen mit deutlichem, ungewolltem Gewichtsverlust. Man würde die Person an ihr Behandlungsteam zurückverweisen. Das ist ein Beispiel. Starker Durchfall, starke Erschöpfung. Und natürlich die goldene Regel: Jeder neue, starke, unkontrollierte Schmerz ist ein rotes Warnzeichen. Die Person muss sofort an das Behandlungsteam zurückverwiesen werden.
18:12 Anne Hardy: Ja. Haben Sie in der Publikation auch Empfehlungen zu Moxa? Ich weiß es nicht mehr.
18:18 Beverley de Valois: Nicht genug.
18:19 Anne Hardy: Denn ich habe zwar nicht viele Krebspatienten behandelt, aber ich erinnere mich, dass man bei sinkenden Blutwerten diese großartige Moxa-Behandlung auf den Rücken-Shu-Punkten machen konnte.
18:30 Beverley de Valois: Ja.
18:30 Anne Hardy: Was war das noch, Blase 17, 18 und 20?
18:35 Beverley de Valois: Ja, genau.
18:36 Anne Hardy: Etwa eine Viertelstunde lang. Und dann habe ich auch dem Ehemann gezeigt, wie es geht, und sie konnte mit ihrer Chemotherapie weitermachen. Das hat sehr geholfen.
18:44 Beverley de Valois: Ja, genau. Auf Moxa gehen wir eigentlich nicht besonders ausführlich ein. Ich glaube, in der Publikation sagen wir nur, dass in Situationen, in denen man nicht nadeln möchte,
18:55 Anne Hardy: Ja.
18:56 Beverley de Valois: Moxa infrage kommen kann. Aber ich habe noch eine andere Studie gemacht, deren Ergebnisse wir gerade veröffentlicht haben, obwohl wir die Studie schon vor recht langer Zeit durchgeführt haben. In dieser Studie haben wir Menschen, die im NHS eine Chemotherapie bekamen, beigebracht, selbst Moxa auf Magen 36 anzuwenden.
19:17 Anne Hardy: Ja, die habe ich gelesen.
19:18 Beverley de Valois: Ja.
19:19 Anne Hardy: Aber wenn man wirklich erschöpft ist, glauben Sie, dass man das dann schafft? Oder braucht man jemanden, der es für einen macht?
19:26 Beverley de Valois: Das ist eine gute Frage. Ich bin nicht sicher, ob Ihre Quelle dieselbe ist wie unsere. Es gab in Großbritannien einen Behandler aus Deutschland namens Friedrich Staebler, der für das Journal of Chinese Medicine geschrieben hat. Er hat über die Behandlungen am Rücken geschrieben. Und wir haben die Studie, die wir dann durchgeführt haben, gemeinsam mit Friedrich konzipiert. Bei der Behandlung am Rücken hatten wir eine Sorge. Wenn jemand alleinstehend ist oder es Probleme gibt, haben Partner oder Familie vielleicht kein Interesse daran, die Person zu unterstützen. Deshalb wollten wir die Menschen befähigen, es selbst zu tun.
20:03 Anne Hardy: Ich verstehe. Ja.
20:05 Beverley de Valois: Deshalb haben wir Magen 36 gewählt,
20:07 Anne Hardy: Ja.
20:08 Beverley de Valois: weil die Menschen das selbst machen können. Und einige Teilnehmer der Studie haben es auch selbst gemacht. Das Problem war, wie Sie sagen, dass die Menschen oft sehr erschöpft waren und es nicht machen konnten.
20:20 Anne Hardy: Sie geben Ihre Erkenntnisse sehr aktiv weiter, durch Vorträge, Fortbildungen, Veröffentlichungen in führenden medizinischen Fachzeitschriften und Konferenzbeiträge, wie Sie schon erwähnt haben. Wenn Sie zurückblicken: Was hat sich in Ihrem Fachgebiet verändert, seit Sie vor 25 Jahren angefangen haben?
20:39 Beverley de Valois: Oh, meine Güte. Ich würde sagen, Akupunktur ist heute mehr akzeptiert als damals. Wie gesagt, als ich angefangen habe, gab es, jedenfalls in Großbritannien, nur sehr, sehr wenige Krebszentren, die Akupunktur angeboten haben. Heute sieht man sie häufiger, und ich glaube, sie wird auch breit eingesetzt. Sie ist breiter akzeptiert. Und ich glaube, geholfen haben dabei einige der Berufsverbände in Großbritannien. Der British Acupuncture Council hat wirklich geholfen. Er ist viel ausgereifter und professioneller geworden. Es gibt also diese professionelle Sicht. Ich glaube, um die Jahrtausendwende gab es einen Höhepunkt, der wirklich geholfen hat. Damals gab es staatliche Unterstützung für den Aufbau von Exzellenzzentren für die Erforschung der Komplementärmedizin. Das war nur von sehr kurzer Dauer, aber ich glaube, es hat geholfen, Veränderungen anzustoßen. Und natürlich wurde über die Jahre viel mehr geforscht, es gibt also viel mehr Evidenz, und das wollen die Leute. Es war also eine langsame Entwicklung, eine Art langsames Aufblühen von Verständnis und Akzeptanz.
21:49 Anne Hardy: Auf welche Weise kann Akupunktur nach heutigem Wissensstand das Leben von Patienten verbessern, wenn sie in der unterstützenden Versorgung eingesetzt wird?
21:59 Beverley de Valois: Gut, ich komme gleich noch zu konkreten Symptomen. Aber das wirklich große Thema, für mich und ich glaube auch für Dr. Zollman, ist etwas, worüber wir nicht sprechen. Es ist die Rolle der Akupunktur dabei, Resilienz zu unterstützen und aufzubauen, bei Menschen, die eine Krebsbehandlung durchlaufen oder sich davon erholen. Nach meiner Promotion bekam ich für eine meiner Studien eine staatliche Förderung, eine sehr renommierte Förderung. In dieser Studie ging es darum, mit Akupunktur das Wohlbefinden von Menschen mit Lymphödem am Oberkörper zu verbessern. Eines der Ergebnisse war ein Modell dafür, wie man mit Akupunktur das Wohlbefinden langfristig verbessert und Resilienz unterstützt. Ich habe lange gebraucht, um wirklich zu begreifen, wie wichtig diese Botschaft ist. Heute ist das meine Kernbotschaft. Natürlich denken wir in Symptomen, und in der Forschung sind wir sehr auf Symptome ausgerichtet, und zwar auf einzelne Symptome. Aber ich glaube, die Botschaft ist, dass es wirklich wichtig ist, Resilienz zu unterstützen. Dass jemand weiterhin in der Lage ist, seine Behandlung zu bewältigen, während sie läuft, und danach die Erholung zu bewältigen, das ist wirklich wichtig. Das ist sozusagen die Botschaft für den ganzen Menschen, wenn Sie so wollen, die ganzheitliche Botschaft darüber, was Akupunktur für einen Menschen tun kann. Und das ist wirklich wichtig, und wir sprechen zu wenig darüber. Während der aktiven Behandlung gibt es die körperlichen Symptome. Da gibt es die Übelkeit und das Erbrechen durch die Chemotherapie. Da gibt es Erschöpfung. Da gibt es Hitzewallungen. Das sind einige der körperlichen Symptome. Auch Schmerzen. Und wir wissen, dass die Society for Integrative Oncology im Jahr 2022 eine wichtige Leitlinie zu Schmerzen veröffentlicht hat. Akupunktur hat darin sehr gut abgeschnitten. Das ist also wirklich wichtig. Es gibt aber auch die emotionale Unterstützung, die Akupunktur bieten kann, und die Hilfe beim Umgang mit Ängsten und Schlafproblemen. Dazu gehört für mich auch, Menschen nach der Behandlung beim Umgang mit der Angst vor einem Rückfall zu helfen. Nach der Behandlung geht es dann einfach darum, Menschen bei der Erholung zu helfen. Und darum, Menschen dabei zu helfen, sich an das anzupassen, was man die neue Normalität nach einer Krebsbehandlung nennt. Und auch da geht es wieder um den Umgang mit den körperlichen Folgen, die jemand hat, mit chronischer Erschöpfung, chronischen Schmerzen, mit all dem, was passiert sein kann. Akupunktur eignet sich sehr gut für die multidisziplinäre Versorgung von Menschen mit Lymphödem, also mit einem Lymphödem als Folge der Krebsbehandlung. Das ist ein weiteres Thema, das mir sehr, sehr am Herzen liegt und über das ich in meiner Arbeit viel spreche. Das ist interessant. Das ist mir diese Woche begegnet. Ich habe eine neue Patientin mit einem sehr komplexen Beschwerdebild. Ein Teil davon hängt mit dem Krebs zusammen. Ein anderer Teil hat mit anderen chronischen Problemen zu tun. Sie ist bei so vielen verschiedenen Fachärzten in Behandlung, und alle bleiben in ihrem Silo. Wenn sie zu mir kommt, sehe ich sie als ganzen Menschen. Ich führe alles bei ihr zusammen und unterstütze sie als Ganzes, statt bei jedem einzelnen Symptom anzusetzen, mit dem sie kommt. Und ich finde, das ist wertvoll, einzigartig und wichtig.
25:30 Anne Hardy: Wie gehen Sie mit diesen emotionalen Themen um? Belastet Sie das nicht?
25:35 Beverley de Valois: Ich arbeite nicht in der Begleitung am Lebensende, ja? Die Menschen müssen also mobil sein, um zu mir zu kommen. Aber trotzdem habe ich Patienten, die einen Rückfall bekommen. Ich behandle gern Menschen nach einer Krebsbehandlung, weil das hoffnungsvoll und optimistisch ist. Man hilft Menschen, die sehr ausgelaugt und niedergeschlagen sind. Man baut sie wieder auf. Und das ist sehr gut. Ja, die Menschen bekommen Rückfälle. Es passieren Dinge, und ich habe Supervision. Das ist ein Ort, an dem ich damit umgehen kann.
26:06 Anne Hardy: Ja.
26:06 Beverley de Valois: Aber ja, das ist schwer. Das ist ein Risiko, ein Berufsrisiko.
26:11 Anne Hardy: Okay.
26:11 Beverley de Valois: Und ich bekomme selbst Akupunktur.
26:13 Anne Hardy: Ja. Ich auch. Ich habe Supervision und Akupunktur bei derselben Person. Das ist sehr gut. Zwei in einem.
26:21 Beverley de Valois: Ja.
26:21 Anne Hardy: Was sind Ihre Pläne für die Zukunft? Was würden Sie sich am meisten wünschen?
26:26 Beverley de Valois: Zu meinen unmittelbaren Plänen: Ich habe Fördermittel, und zwar philanthropische Fördermittel, und ich werde an das Royal London Hospital for Integrated Medicine in London wechseln. Und ich werde eine ähnliche Publikation erarbeiten wie die Empfehlungen für die sichere Praxis. Der Schwerpunkt liegt dann auf der sicheren Praxis der Akupunktur bei Menschen mit Lymphödem als Folge der Krebsbehandlung. Denn es gibt viel Unklarheit darüber, was bei der Akupunktur sichere Praxis ist. Das ist also mein nächstes großes Projekt. Ein Teil dieser Aufgabe wird auch sein, eine Aktualisierung der Empfehlungen für die sichere Praxis zu planen. Und was würde ich mir allgemein wünschen? Natürlich ein breiteres Verständnis, mehr Akzeptanz und mehr Unterstützung für Akupunktur bei Menschen mit Krebs und bei Menschen, die sich von Krebs erholen.
27:17 Anne Hardy: Dem schließe ich mich an.
27:19 Beverley de Valois: In der Tat.
27:20 Anne Hardy: Das ist ein guter Abschluss für unseren Podcast. Oder möchten Sie vielleicht noch etwas erwähnen, wonach ich nicht gefragt habe?
27:27 Beverley de Valois: Ich weiß nicht. Darf ich erwähnen, dass ich Fortbildungen gebe?
27:31 Anne Hardy: Ja, das dürfen Sie.
27:33 Beverley de Valois: Im November dieses Jahres gibt es eine Fortbildung in Großbritannien, meinen zweitägigen Workshop. Darin geht es darum, wie man Krebsüberlebende nach der Behandlung mit Akupunktur unterstützt. Im Grunde ist es ein Workshop rund um mein Buch, um die Inhalte meines Buches. Den habe ich in diesem Jahr in Rothenburg gehalten. Daran angeschlossen gibt es außerdem eine eintägige Fortbildung, die man auch separat besuchen kann. Das ist eine Einführung in das Thema Krebs für Akupunkteure oder Behandler, die damit nicht vertraut sind. Das ist ein halber Tag, und am anderen halben Tag gehen wir die Empfehlungen für die sichere Praxis der Akupunktur durch. So können die Teilnehmer sie verstehen, sich wirklich damit auseinandersetzen, wissen, was drinsteht, Fragen stellen und so weiter. Das Ganze findet am College of Integrated Chinese Medicine statt, das inzwischen zur Health Sciences University in Großbritannien gehört. Es wird in Reading sein, und zwar, glaube ich, vom 20. bis zum 22. November.
28:38 Anne Hardy: Das kann man auf Ihrer Website nachsehen. Für alle, die den Podcast gehört haben und mehr über unterstützende Akupunktur für Krebspatienten wissen möchten, ist das also ein Weg, um einzusteigen. Denn ich glaube, nur vom Lesen des Buches wäre ich mir nicht sicher genug, ob ich es könnte. Also vielen Dank.
28:57 Beverley de Valois: Ja. Aber ich mag Fortbildungen in Präsenz,
29:01 Anne Hardy: Ja.
29:02 Beverley de Valois: weil wir, glaube ich, in Silos arbeiten. Als Akupunkteure arbeiten wir sehr stark für uns allein. Und ich versuche unter anderem, durch diese Fortbildungen Gemeinschaft aufzubauen. Die Leute sollen sich kennenlernen und sich miteinander unterhalten, und nicht nur mit mir sprechen.
29:18 Anne Hardy: Wunderbar. Vielen Dank für all diese Einblicke und für Ihre Zeit.
29:23 Beverley de Valois: Ich danke Ihnen für die Einladung. Es ist großartig, mit Kollegen in Deutschland sprechen zu können. Und ich werde außerdem einen Artikel für die Zeitschrift der AGTCM schreiben. Der erscheint, glaube ich, im neuen Jahr.
29:36 Anne Hardy: Wir freuen uns darauf.
29:37 Beverley de Valois: Schön. Gut.
29:38 Anne Hardy: Auf Wiederhören.
29:39 Beverley de Valois: Vielen Dank. Danke.
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